Allg. Silotec GmbH – Ein familiärer, moderner Betrieb

Interview mit Herr Dipl. Ing. Dietrich Matten, Geschäftsführer 

„Leider kann man die Fragen nicht mit „ja“ oder „nein“ beantworten. Es ist alles etwas umfangreicher und geschichtsträchtiger, ja manchmal sogar technischer.“

Wie ist die Marke Silotec geboren?

Im Jahre 2009 habe ich ein sehr bekanntes Unternehmen aus der Insolvenz gekauft. Es war bekannt als Silobau oder besser als „Silonäh“-Unternehmen.

Ich wollte aber den alten Namen nicht beibehalten und habe versucht einen Namen zu finden der einmal über den Unternehmensgegenstand also Silos aber auch von Technik spricht. So entstand dann der Name Silotec. Ich wollte noch eine Vorsilbe her mit dem Buchstaben „A“. Damals haben wir dann uns für „allgemeine“ entschieden. Damit es auch gut auf den Briefbogen und zum LOGO passt, wurde der Name abgekürzt und das ist dann „allg.“. Da unser Portfolio sich in den letzten Jahren stark gewandelt hat und wir immer höherwertige Technik einsetzen, werden wir die Vorsilbe irgendwann anpassen.

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Was macht sie besonders?

Als ich mit dem Unternehmen startete, wollte ich anders sein als ich es aus meinem bisherigen Geschäftsleben kannte. In meiner Zeit als Geschäftsführer der EUROVIA Berlin ging es nur um Geld und Zahlen und nur wenig um Menschen. Da ich hier gestartet bin nach einem persönlichen Schicksalsschlag (ich hatte meine Frau bei einem Unfall verloren), wollte ich einfach anders sein. Alle Mitarbeiter sollten von Ihrem Geld wirklich leben können. Somit bekamen z.B. die Näher sofort 20 bis 30% mehr als vorher. Bei mir sollte es fair und menschlich sein, eine echt funktionierende große Familie. Wir sind gewachsen von 13 auf 20 Mitarbeiter und das familiäre ist immer noch. Die meisten im Unternehmen könnten vom Alter meine Kinder sein und ich fühle mich dafür verantwortlich, auch über den Arbeitstag hinaus. Das heißt ich freue mich über jeden Erfolg der einzelnen Personen und leide mit, bei Problemen.

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Weiter unterscheidet uns von unseren Wettbewerbern die Fertigungstiefe und die technische Ausstattung. Wir haben nahezu alles digitalisiert, schneiden zu mit Großlaser, arbeiten mit Spezial-Maschinen. Jede Nähmaschine ist als „Vollmaschine“ ausgestattet. Andere haben vielleicht eine im Geschäft und wir sofort 6 Stück. Wir machen die Stahlkonstruktion selber, haben eine eigene Pulverbeschichtung, behandeln den Stahl vor mit automatischer Sandstrahlanlage, ich möchte einfach das beste Produkt herstellen und probiere alles auch persönlich aus. Das heißt ich fahre zum Kunden und montiere ein Silo oder eine Sauganlage und das verlange ich auch von meinen Mitarbeitern, damit sie alle wissen was sie tun und alle die Arbeit und Aufgaben des Anderen schätzen lernen. Jeder braucht jeden, das ist wichtig. Wir haben hier keinen Job, sondern eine Profession (engl. CALLING).

Dann betrieben wir als einziger Hersteller sehr intensive Forschung. Wir haben dazu Testräume, Labor, Modellanlagen, arbeiten mit Instituten zusammen, betreuen Bachelor – und Masterarbeiten und beteiligen uns an Forschungsvorhaben an verschiedenen Universitäten. So bin ich im Betreuerausschuss von verschiedenen FE-Programmen. Ich will immer genau wissen, wie was und warum funktioniert.

Was sind Ihre Hauptprodukte und ihre Anwendungsgebiete?

Silos in allen möglichen Varianten sind und bleiben in den nächsten Jahren noch unsere Hauptaktivität. Das heißt: einfache Silos für die Landwirtschaft – das sind Behälter in Größen von 2 bis 60 m³ Volumen oder etwas aufwendiger Pelletsilos mit Prallschutz in Deckel und an der Rückseite, oder Bäckereisilos mit Fluidisierung, EPS-Anlagentechnik etc. Kurzum Silos machen 75 bis 80 % unseres Geschäfts aus.

Dann sind da die vielen kleinen Dinge. Cover, Industrieabdeckung, Thermoschutzeinrichtungen, Markisen, Windschutz, Verpackungseinheiten für die Automobilindustrie und spezialzuschnitte aber auch Sauganlagen und Fördertechnik.

Alles was groß und sperrig ist, das ist unsere Näh-Spezialität.

Was ist der Mehrwert Ihrer Produkte? Aus welchen Gründen würden Sie sie empfehlen?

Eindeutig ist es die Herstellung aus einer Hand und die konsequente Überwachung unserer Prozesse. Wir wissen, woher unsere Materialien von jedem Silo kommen, welche Charge, wer die Arbeitsvorbereitung den Zuschnitt gemacht hat, wer genäht und wer verpackt hat, wer lackiert und wird geschweißt hat. Es ist nichts dem Zufall überlassen. Wir haben keine Leiharbeiter oder lassen in Billiglohnländern produzieren, sondern alles kommt hier aus dem Schwäbischen.

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Neben dem Fair-Produktion werden alle Produkte werden hier im Haus getestet, ständig verbessert und wir nehmen Kunden und Händler ernst. Alles ist auf Nachhaltigkeit ausgelegt. Qualität soll dauerhaft Kunden zufrieden stellen. Darum liegt es uns nicht, Dinge zu versprechen, die man nicht halten kann. Wir sprechen nur von Dingen, die wir auch beherrschen. Aber wir sind auch bereit jeden Tag neu zu lernen und uns in Frage zu stellen, um noch besser zu werden.

Welche Rolle spielt die Digitalisierung in der Landwirtschaft? Wie sehen Sie und die Zukunft von E-Commerce in der Landwirtschaft? Wie hat sich das Internet verändert oder wie verändert sich Ihr Geschäft?

Digitalisierung in der LW ist schon eine Sache. Man muss sich nur die Technik heute auf den Feldern und im Stall ansehen. Aber neben Digitaler Komponenten braucht man auch einen Grundbestand an Hardware. Und die liefern wir, pfiffige und clevere Produkte, die dem Kunden helfen und die Arbeit erleichtern oder gar ermöglichen.

Der Landwirt wird auch immer mehr viele Dinge über das Internet kaufen, weil der Tag einfach nur 24 Stunden hat. Auch wir verkaufen immer mehr über Internetplattformen, wobei wir als Unternehmen uns auf technische Darstellung und Information beschränken und den Händlern den Verkauf überlassen. Und trotzdem geht es nicht ohne telefonische Beratung.

Was sind Ihre Ziele für die Zukunft? Gibt es aktuell neue Projekte?

Ja wir werden weiter automatisieren. Der nächste Schritt ist eine noch komplexere Zuschnitt Anlage und dann automatisiertes Nähen für den Bereich Automotive und Verpackung.

Die Spezialisierung wird weitergehen. Unsere Projekte werden komplexer und größer und gehen über Deutschland und Europa hinaus. So haben wir nachdem wir in Spanien eine Vertriebspartnerschaft eingegangen sind, sind wir jetzt auch nach Chile und erst jüngst nach Kamerun gegangen und werden in weiteren Bereichen Partner suchen.

Danke an das Interview! Viel Erfolg weiterhin wünscht Farmitoo!

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