Picavi

Picavi bietet moderne Logistiklösungen mit innovativer Technologie. Das junge Unternehmen wächst rasant, die Nachfrage zur Datenbrille nimmt auch im Agrarbereich stark zu. Im Gespräch mit Farmitoo bekommen wir einen Einblick in das Konzept hinter Picavi.

Können Sie Picavi bitte in einigen Worten beschreiben?

2013 als High-Tech-Start-up gegründet, verbindet das Unternehmen aus Herzogenrath bei Aachen langjährige Erfahrung aus Informationstechnik und Intralogistik. Picavi ist zugleich Softwareentwickler und ein Full-Service-Anbieter, der sein umfassendes Logistik- und Wearables-Know-how in eine marktreife Pick-by-Vision-Lösung einbringt. Diese ermöglicht die konsequente visuelle Führung des Werkers über Datenbrillen – etwa während des gesamten Kommissionierprozesses. Es maximiert damit die Effizienz beim Pick-Vorgang und minimiert gleichzeitig die Fehlerquote.

Welche Leistungen bietet Picavi an?

Mit einem dahinterstehenden „Ökosystem“ aus Soft- und Hardwareelementen offeriert Picavi seine Pick-by-Vision-Lösung, die es mittels einer Datenbrille den Lagermitarbeitern ermöglicht, ihre Kommissionieraufgaben zu erfüllen. Dafür steht dem Werker eine vielfältige Auswahl an Steuerungs- und Eingabemöglichkeiten zur Verfügung. Über einen Bluetooth-Ringscanner, das Touchpad an der Brille oder über das gleichzeitig als Akku dienende Bedienelement Picavi Power Control kann der Werker seine Befehle im System hinterlegen.

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Neu hinzugekommen ist dafür im Sommer dieses Jahres auch eine Sprachsteuerungsoption, über die sich ebenfalls Arbeitsabläufe manövrieren lassen. Ausgegeben werden die Arbeitsanweisungen dabei stets auf dem Display der Brille im Sichtfeld des Mitarbeiters. Neben der Datenbrille selbst bietet Picavi noch Consulting-Dienste rund um seine im Lageralltag auch robusten Anforderungen gerecht werdende Technologie an. Das Unternehmen begleitet den Kunden selbstverständlich bei der Einführung der Pick-by-Vision-Lösung in den Arbeitsalltag und stimmt die Prozessschritte jeweils auf die Wünsche des Auftraggebers ab. Das ist vor allem bei der Implementierung in die bestehenden ERP-Systeme des Kunden von hoher Relevanz, um einen reibungslosen Übergang zu übermöglichen.

Können Sie den Ansatz bitte ein wenig näher beschreiben?

Der Lagermitarbeiter wird mithilfe der Datenbrille Schritt für Schritt durch den Kommissionierprozess und das Lager geführt. Dabei hat er für den einzelnen Pick und den nächsten Ort, an den er mit der Ware gehen muss, immer alle relevanten Informationen im Blick – nämlich im Sichtfeld seiner Augen, wenn er seinen Blick ein wenig anhebt. Durch die visuelle Prozessführung über das Brillendisplay und die intuitive Bedienung von Picavi kann er sich ganz auf seine Kommissioniertätigkeit konzentrieren und hat für diese seine Hände frei. Der kontinuierliche Datenaustausch mit den IT-Systemen des Kunden verifiziert jeden Prozessschritt in Echtzeit und übermittelt ihn so direkt an die entsprechende Stelle. Der Werker selbst erhält somit ständig Rückmeldung über die von ihm realisierten Arbeitsschritte.

Ihre Kunden scheinen aus den unterschiedlichsten Branchen zu stammen. Welche Lösungen bieten Sie speziell für den Agrarsektor an?

In der Landwirtschaft, vor allem bei Großbetrieben, deren Zulieferern sowie im Handel, existieren nicht selten sehr umfangreiche Lagerbestände. Auch hier besteht der Wunsch nach einer schnellen und fehlerfreien Kommissionierung. Für viele Versionen bekannter Lagerverwaltungssysteme wie SAP WM/EWM, viadat von Viastore, ProStore von TEAM oder Wamas von SSI Schäfer, die auch in den oben genannten Lägern der Agrarindustrie genutzt werden, stehen bei Picavi bereits Standardschnittstellen zur Verfügung. Auch für weniger bekannte Systeme, allein in Deutschland sind ungefähr 450 in Anwendung, existieren solche Datenübertragungsalternativen schon. Picavis Kunden, derzeit 50 weltweit, sind auch in der Landwirtschaft zu finden. Seit Januar 2017 arbeitet das Unternehmen unter anderem mit dem Agrarhandelsunternehmen AGRAVIS zusammen, das in Münster mit der Datenbrille pickt.

Auf welche Station Ihrer bisherigen Firmengeschichte sind Sie besonders stolz?

Nahezu jeder Schritt in der Entwicklung eines Start-Up-Unternehmens zu einer etablierten Firma erhält in der Rückschau eine wichtige Bedeutung, ob es sich um den ersten bestandenen internen Funktionstest, eine erfolgreiche externe Probevorführung oder die Premierenbestellung eines Kunden handelt. Alles weist den Weg – und das gilt auch für Rückschläge –, um für den Intralogistikmarkt ein Produkt zu offerieren, das innovativ ist und dem jeweiligen Auftraggeber Effizienzvorteile bringt. Zuletzt stellte die erneute Bestellung aus dem Hause des Kontraktlogistikpioniers Fiege ein Meilenstein für Picavi dar. Für den Standort Worms, an dem bereits 20 Brillen im Einsatz waren, wurden in diesem Sommer weitere 40 geordert. Und mit der Niederlassung in Großbeeren, die nun auch mit der Pick-by-Vision-Lösung von Picavi arbeitet, ist ein weiteres großes Lager aus dem Fiege-Netzwerk hinzugekommen. Nahe Berlin erleichtern mehr als ein Dutzend Datenbrillen die Arbeit der dortigen Werker nunmehr in der Kommissionierung.

Wie unterstützt die Picavi-Anwendung ihre Kunden noch?

Die Arbeitswelt verändert sich. Dem möchte Picavi mit innovativen Ansätzen Rechnung tragen. So führt die Pick-by-Vision-Lösung auch Läger, die den Sprung ins digitale Zeitalter gerade in Angriff nehmen, in Richtung Industrie 4.0. Angesichts der Erfordernisse, den gerade der Online-Handel in Sachen Schnelligkeit an die Kommissioniertätigkeit stellt, revolutioniert die Datenbrille die tägliche Arbeit des Werkers und modernisiert über diesen Eingriff die gesamte Lagerstruktur.
Eine besondere Anwendungsmöglichkeit ergibt sich für die Datenbrille beispielsweise auch im Kontext einer immer vielfältiger werdenden Belegschaft in vielen großen Lagerhäusern, wenn es um die Herkunft der einzelnen Lagermitarbeiter geht. Die Datenbrille mit ihrer visuellen Führung, die auch generell die Einarbeitungszeit senkt, verlangt kein Muttersprachenniveau, um sie einwandfrei bedienen zu können und eröffnet der Intralogistik so zusätzliche Bewerberpotenziale. Neben simplen Begriffen, die in der jeweiligen Sprache des Brillennutzers eingestellt werden können, arbeitet die Pick-by-Vision-Lösung mit Piktogrammen, zum Beispiel bei einem versehentlichen falschen Pick, sowie teilweise auch schon mit Produktabbildungen, die klar herausstellen, welche Ware als nächstes kommissioniert werden muss. Das alles soll dem Träger der Brille helfen, seinen Arbeitsauftrag bestens zu erfüllen und die Logistikverantwortlichen dabei unterstützen, Arbeitskräfte zu finden, die den Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt sonst vielleicht nicht so schnell geschafft hätten.

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