Zukunftsstiftung Landwirtschaft

Seit 18 Jahren engagiert sich die Zukunftsstiftung Landwirtschaft für den ökologischen und nachhaltigen Landbau. Farmitoo konnte mit Benedikt Haerlin über Projekte, Leitbilder und Ziele der Stiftung sprechen.

Können Sie bitte in einigen Worten beschreiben, was die Zukunftsstiftung Landwirtschaft ist (Ziele, Gründung, Team, Ort, …)?

Die Zukunftsstiftung Landwirtschaft wurde im Jahr 2000 gegründet, um die Züchtung neuer Sorten für den ökologischen Landbau und andere Innovationen in der Landwirtschaft zu fördern. Ausserdem betreibt sie in Berlin ein Büro für Bildungs- und Kamapgnenarbeit. Ihr Ziel ist es, die Landwirtschaft insgesamt ökologischer zu machen und dem Biolandbau zu gentechnikfreiem, nicht hybriden Saatgut zu verhelfen.

Wie entstand die Idee für die Zukunftsstiftung Landwirtschaft?

Die biodynamischen Landwirtschaft hat seit den 60er Jahren eine eigene Züchtung, die auf den Demeterhöfen selbst stattfindet, entwickelt. Im Jahr 2000 wurden verschiedene Initiativen mit diesem Ziel zusammengeschlossen und auf breitere finanzielle Beine gestellt. Dabei wurde auch beschlossen, der Öffentlichkeitsarbeit und der Forschung auf diesem Gebiet mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

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Welche Projekte sind bei Ihnen gerade aktuell?

Im Berliner Büro der Zukunftsstiftung Landwirtschaft geht es gegenwärtig vor allem um zwei Projekte: der 2000m² Weltacker in Botanischen Volkspark Pankow zeigt wie viel Ackerfläche für jeden Menschen auf der Welt zur  Verfügung steht und wie die insgesamt 1,5 Milliarden Hektar Ackerfläche der Welt gegenwätig genutzt werden. Seine Botschaften: Es ist mehr als genug für alle da – und – Jeder Bissen hat einen Ort, an dem er gewachsen ist. Zum anderen wollen wir ein weltweites Moratorium für sogenannte „Gene Drives“ erreichen, gentechnisch veränderte Organismen, die gezielt so manipuliert sind, dass sie sich möglichst flächendeckend ausbreiten und dabei zu 100% bestimmte Eigenschaften weitervererben, beispielsweise solche, die zum Aussterben einer bestimmten Art führen.

Welche Ziele und Wünsche haben Sie für die Zukunftsstiftung Landwirtschaft?

Das langfristige Ziel der Zukunftsstiftung Landwirtschaft ist natürlich der Übergang in eine für Mensch und Natur nachhaltige Form der unserer Landwirtschaft und Ernährung, die auch unsere Enkel und deren Umwelt gesund und vollständig erhält. Jede Schritt in diese Richtung ist wichtig und vor allem auch eine Bestätigung: Geht doch! Jeder Hektar, der auf Bio umgestellt wird, ist ein solches Zeichen, jede neue, samenfeste Gemüse- oder Weizensorte, die mit unserer Unterstützung auf den Markt kommt, jedes Kind, das weiß woher seine Lebensmittel kommen und was ihm gut tut; aber auch jeder Mensch, der von unseren Weltacker zurück kommt und zu Hause erzählt: Es ist genug für alle da, wenn wir unsere 2000m² nur richtig bewirtschaften.

Mein Wunsch ist es deshalb, möglichst viele Partnerinnen und Partner für unsere Arbeit zu gewinnen, in der Landwirtschaft, im Handel und in der Verarbeitung, in der Bildungsarbeit und in der Forschung.

Möchten Sie über ein weiteres Thema sprechen, welches die Zukunftsstiftung Landwirtschaft charakterisiert?

Vor zehn Jahren wurde der sogenannte Weltagrarbericht der Weltbank und UNO veröffentlicht, den 400 Wissenschaftler*innen aus aller Welt  im Laufe von vier Jahren erarbeitet hatten. Ich war damals in seinem Aufsichtsrat. 2500 Seiten globaler Analyse und eine klare Botschaft: Weiter wie bisher ist keine Option! Heute sind viele seiner Erkenntnisse, die damals noch als Spinnerei abgetan wurden, allgemein anerkannt: Es kommt auf die Frauen und auf die Kleinbauern an, wenn wir uns nachhaltig ernähren wollen. Gentechnik ist nicht die Lösung. Wir brauchen einen Ausstieg aus der industriellen, chemischen Landwirtschaft und der heißt Agrarökologie. Im kommenden Jahr feiern wir diesen Meilenstein; aber wir stellen auch fest, dass die Menschheit bis heute davon abgehalten wird, das zu tun was sie längst für richtig erkannt hat.

https://www.zukunftsstiftung-landwirtschaft.de

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