Thomas Fabry – „Jeder landwirtschaftliche Betrieb sollte im Rahmen seiner Möglichkeiten einen Beitrag zur Öffentlichkeitsarbeit leisten, unabhängig der Generation.”

Thomas Fabry ist junger Unternehmensgründer, Filmemacher, Vortragsredner, Workshop Referent und fokussiert dabei aktuelle Themen der Landwirtschaft. Im Interview mit Farmitoo berichtet er über seinen interessanten Werdegang und die Motivation hinter seinen Projekten.

Hallo Herr Fabry, woher kommt Ihre Motivation sich mit aktuellen Themen in der Landwirtschaft öffentlich auseinander zu setzen?

Die Landwirtschaft war schon immer meine Leidenschaft. Ich bin auf einem landwirtschaftlichen Betrieb mit Schweinehaltung aufgewachsen, daher war ich bereits als Kind im Betrieb mit dabei. Ich habe bei der Ernte mit gefiebert, saß mit auf dem Trecker und habe im Stall mitgeholfen. Damals war mir schon klar, dass ich Landwirt werden möchte.

Meinen Weg habe ich dann auch in der Ausbildung gefunden, wo ich mich weiterhin schwerpunktmäßig mit der Schweinehaltung in drei verschiedenen Betrieben beschäftigt habe. Als ich bemerkte, wie facettenreich die Landwirtschaft ist, wollte ich mein Wissen vertiefen und habe mich daraufhin zu einem Studium an der Hochschule Osnabrück entschlossen. Zu dem Zeitpunkt gab es bereits einige kritische Fernsehbeiträge zum Thema Schweinehaltung, wo ich den Betrieb den ich von meinem Vater, oder die, die ich von meiner Ausbildung kannte, nicht wieder gefunden habe. Ich fühlte mich wie in einer Ohnmachtshaltung. Tausende von Menschen sehen diese Berichte und man selber weiss, dass dies nicht die herkömmliche Schweinehaltung ist; die dort dargestellt wird, sondern dass es noch ein anderes Bild gibt. Dieses andere und Bild der Schweinehaltung wie ich sie kenne ist ganz anders, als diese Horrorbilder die dann gezeigt werden. Dieses Ereignis hat mich dazu bewegt eine Veranstaltung zu organisieren, um weitere Mitstreiter an meiner Hochschule zu finden. Erfolgreich ist nach diesem Aufruf dann die Initiative “Massentierhaltung aufgedeckt” entstanden. Mit bewusst gewählt provokativen Namen möchten mit dieser ganz sachlich, neutral und informativ Leute über die Schweinehaltung aufklären. Im Jahr 2013 waren wir somit die erste Plattform, vor allen Verbänden und Institutionen, welche Facebook als Sprachrohr genutzt hat. Kurz darauf wurde ich dann auch viel zu Vorträgen eingeladen. Der Videobereich entwickelte sich anschließend, da Videos einen hohen Stellenwert im Internet haben. Da ich mich dann über den Verein und meine ehrenamtlichen Tätigkeiten breiter aufstellen wollte, habe ich mich dann in diese Richtung ganz gezielt weitergebildet.

Welche Rolle spielt das digitale Zeitalter in der Landwirtschaft (bspw bei der
Öffentlichkeitsarbeit)? Was liegt Ihnen dabei besonders am Herzen?

Meine Vorstellung und mein Anspruch an die Öffentlichkeitsarbeit ist es, sie so zu betreiben, dass sie bei den Menschen ankommt. Um das zu tun, muss man erstmal schauen wo die Menschen unterwegs sind. Durch das Smartphone bieten die sozialen Netzwerken eine Plattform, Menschen gezielt zu erreichen. Jedoch findet auch dort immer wieder ein Wandel statt. Man muss sich auch in den sozialen Netzwerken immer wieder neu erfinden, neuen Trends und Entwicklungen nachgehen, mit diesen mitgehen und mitverändern. Dies ist beispielsweise auch der Grund wieso Jutta Zeisset und ich einen Skill entwickelt haben, der landwirtschaftliche Fragen für Sprachsteuerungssysteme beantwortet. Dabei ist wichtig aus Sicht der Leute und Zielgruppe zu denken, denn nur damit kann man Erfolg haben. Dies gilt ebenso in der Ôffentlichkeitsarbeit bei der Landwirtschaft.

Haben Sie abschließende Worte oder noch etwas, dass was Sie loswerden
möchten?

Was ich nur Unterstreichen kann ist, dass man über seinen eigenen Schatten springen muss. Man kann zum einen nicht sagen „Die sozialen Netzwerke, das sollen die jungen machen”, sondern da ist jeder gefragt. Ich bin der klaren Meinung, das jeder landwirtschaftliche Betrieb im Rahmen seiner Möglichkeiten einen Beitrag zur Öffentlichkeitsarbeit leisten muss, unabhängig der Generation. Einfach mal probieren, reinschauen, reinstöbern.

Auch wenn man als Landwirt nicht den Anspruch hat Instagrammer zu werden, sollte man sich damit beschäftigen und wenn es nur dazu dient, die Internetwelt zu verstehen.

Vielen Dank Herr Fabry, von Farmitoo!

Unter https://fabrykant.de/ können Sie mehr über Herrn Fabry und seine Projekte erfahren.

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