Blickfeld – LiDAR Technologie und dessen Mehrwert für die Landwirtschaft

Im Interview mit Farmitoo berichtet Florian Petit, Gründer von Blickfeld, über den Mehrwert, den Light Detection and Ranging-Sensoren dem Massenmarkt erbringen und wie sich LiDAR positiv auf die Landwirtschaft auswirken kann.

Guten Tag Herr Petit, können Sie Blickfeld kurz beschreiben?

Sehr gerne. Blickfeld hat es sich zur Aufgabe gemacht, LiDAR (Light Detection and Ranging)-Sensoren für den Massenmarkt zugänglich zu machen und so verlässliches hoch-automatisiertes Fahren von Fahrzeugen zu ermöglichen. Die LiDAR-Technik besteht bereits seit den 1960er Jahren und gewinnt seit einigen Jahren wieder an Bedeutung, da sie gerade im Umfeld des autonomen Fahrens für zusätzliche Sicherheit sorgt. Bisherige LiDAR-Sensoren standen jedoch vor zahlreichen Problemen: Die Technologie war bisher schwer, groß, fragil und teuer. All diese Probleme haben wir gelöst, indem wir eine Kernkomponente der Sensoren, die so genannte Strahlablenkungseinheit durch einen Siliziumchip ersetzt haben und damit die LiDAR-Sensorik quasi neu erfunden haben.

Das autonome Fahren ist allerdings nur eines von vielen Anwendungsbeispielen. Die 3D-Umfeldinformationen, die unsere Sensoren erzeugen, ermöglichen Anwendungen in Bereichen wie der Landwirtschaft, Smart City-Projekten oder im Industrie-Bereich. 

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Welche Rolle spielen innovative Technologien in der Landwirtschaft Ihrer Meinung nach? 

Besonders die Landwirtschaft profitiert von innovativen Technologien und den Möglichkeiten, die die zunehmende Automatisierung, Digitalisierung und Vernetzung mit sich bringen. Autonome landwirtschaftliche Fahrzeuge sind beispielsweise eine Anwendung, die viele Vorteile mit sich bringt. Es gibt bereits einige Projekte, in denen Traktoren komplett autonom Felder bearbeiten – unterstützt durch Kameras, LiDAR- und Radar-Sensoren. Hier profitiert die Landwirtschaft natürlich sehr von den Fortschritten der Automobil-Industrie und ist ihr gleichzeitig weit voraus. Auf dem Feld, ohne zahlreiche weitere Verkehrsteilnehmer, ist die Umsetzung von sich komplett autonom bewegenden Fahrzeugen natürlich deutlich einfacher. 

Zudem lassen sich mit neueren Verfahren wie der so genannten Präzisionslandwirtschaft oder dem Smart Farming Aufwände einschränken und Erträge deutlich vergrößern. Bei der Präzisionslandwirtschaft beispielsweise wird mit Hilfe von präziser Erfassung und Auswertung der Parameter wie Bodenbeschaffenheit oder Ertrag die Bearbeitung der Flächen, wie etwa Aussäen und Düngen optimal an die Voraussetzungen angepasst.

Doch wie werden diese Parameter erfasst? An dieser Stelle kommen Sensoren ins Spiel, unter anderem auch unsere LiDAR-Sensoren. Ein Beispiel: LiDAR, die an Traktoren befestigt werden, sind in der Lage, Höhe, Volumen und Masse eines Maisfeldes und damit auch den zu erwartenden Ertrag präzise zu ermitteln. Ein weiteres Anwendungsbeispiel ist das Absammeln von Heuballen. Hier erfasst der LiDAR exakt die Ballen vor dem Fahrzeug auf dem Feld und die Maschine kann sie somit automatisiert auf den Hänger werfen. Auch die Überwachung von Futterstellen ist eine mögliche Anwendung:  Hier misst der Sensor den Füllstand, damit zur richtigen Zeit Futter nachgefüllt werden kann.

Welche speziellen Vorteile bringen die Blickfeld-Sensoren gegenüber anderen Sensor-Produkten oder Kameras mit?

Der große Vorteil von laserbasierten Sensoren ist, dass ihnen Staub, Dunkelheit und Nebel nicht viel ausmacht. Eine Kamera liefert bei Dunkelheit oder starkem Nebel keine Informationen mehr – ein LiDAR kann auch bei diesen Bedingungen sein Umfeld erfassen. Gerade auf Feldern, wo schnell Staub aufgewirbelt werden kann und die Sichtverhältnisse problematisch sein können, ist die zuverlässige Umfelderfassung viel wert. 

Ein weiterer Vorteil gegenüber anderen Methoden zur Umfelderfassung ist die Präzision von LiDAR-Sensoren. Da unsere Lasertechnologie mit Hilfe von 3D-Daten in der Lage ist, die Umwelt exakt digital abzubilden, kann zum Beispiel Viehbestand zuverlässig identifiziert und erkannt werden. Die Informationen des LiDAR-Sensors sind dabei so genau, dass verschieden großes Vieh voneinander unterschieden werden kann, also beispielsweise ein Rind eindeutig von einem Schaf differenziert wird. Zudem können hier die gleichen Mechanismen wie in Security-Anwendungen zum Einsatz kommen: Überschreiten die Tiere die Weidebegrenzung, wird ein Alarm ausgelöst. So wissen die Landwirte ihre Herden auch nachts in Sicherheit.

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Wie beeinflussen Blickfeld LiDAR-Sensoren die Landwirtschaft der Zukunft?

Die Landwirtschaft steht vor großen Herausforderungen: Die Weltbevölkerung wächst beispielsweise stetig, das Land, das uns zur Gewinnung von Lebensmitteln zur Verfügung steht, wächst aber natürlich nicht mit. Die Landwirtschaft muss daher noch effizienter werden, gleichzeitig aber auch umweltschonend handeln. Unsere Sensoren können mit der präzisen Erfassung aller Parameter dazu beitragen, diese Ziele zu erreichen.

Vielen Dank an Florian Petit für das Interview und weiterhin viel Erfolg wünscht Farmitoo

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