ADAMAH: Der BioHof vor den Toren Wiens

Im heutigen Beitrag im Farmitoo Mag haben wir das Vergnügen, den ADAMAH BioHof vorzustellen. Auf dem ADAMAH BioHof, der heute ca. 80 Personen beschäftigt, werden eine Vielzahl an Kulturen biologisch angebaut; die daraus entstehenden landwirtschaftlichen Erzeugnisse werden zudem größtenteils auch direkt auf dem Hof verarbeitet. Im Interview mit Farmitoo erklärt Gerhard Zoubek, Gründer von ADAMAH, wie es zur Gründung des Hofes kam, warum man sich dazu entschied nur zu 100% biologisch zu produzieren und wie sich daraus nun ein solider Familienbetrieb entwickelt hat.

Guten Tag Herr Zoubek! Als Erstes würde ich Sie gerne fragen, ob Sie uns eine kurze Einleitung zur Geschichte und zur bisherigen Entwicklung Ihres Hofes geben könnten.

1997 hat sich die Frage gestellt wie es mit dem landwirtschaftlichen Betrieb der Schwiegereltern weitergehen kann: da haben meine Frau und ich gesagt, gerne übernehmen wir den Betrieb, wir werden ihn aber auf BIO umstellen. Die Schwiegereltern waren davon nicht begeistert, aber in zwei Schritten haben wir uns dann doch durchgesetzt. Wir haben in der zweijährigen Umstellungszeit mit einem befreundeten Biologen zusammengearbeitet, der uns viel unterstützt und gelehrt hat. Wir beide, die Gründer, sind keine gelernten Bauern (und vielleicht ist das auch gut so gewesen). Uns war es wichtig, dass wir nicht nur Rohprodukte erzeugen, sondern dass wir diese möglichst weit am Hof verarbeiten und unbedingt auch direkt vermarkten können. Glinzendorf liegt vor den Toren Wiens, es gibt somit ein Millionenpublikum vor der Haustür! Begonnen haben wir mit Kräutern, sind aber rasch auf die große Nachfrage nach BioGemüse gekommen. In unserer Gegend wächst Gemüse besonders gut, da wir neben dem passenden Klima auch die Möglichkeit der Bewässerung haben.

Gerhard_und_Sigrid_Zoubek
Gerhard und Sigrid Zoubek
Wie genau kamen Sie auf die Idee, die zur Gründung des ADAMAH-Hofes geführt hat?
ADAMAH_Logo
Logo ADAMAH

Wir wollten die Welt verändern und allen Menschen zeigen, dass biologische Landwirtschaft sehr gut funktionieren kann, dass auch hier zukünftige Technologien zum Einsatz kommen können, dass es die modernere, zukunftsfähigere und enkeltauglichere Wirtschaftsform ist und auch die Welt ernähren kann, wenn wir die Wertschätzung für Lebensmitteln stärken und erhöhen und nicht so viel wegschmeißen!

Was wird alles auf Ihrem Hof angebaut und welche Produkte sind dann bei Ihnen, entweder im Bio-Laden oder per Zustellung erhältlich?

ADAMAH_ProdukteVon Apfel bis Zahnpaste, alles. Natürlich ist der Schwerpunkt das selbst angebaute Obst und Gemüse, aber in unserer Hauszustellung bieten wir den Kundinnen und Kunden einen Wocheneinkauf an. Im Augenblick gibt es das Projekt, dass wir eine Familie so beliefern, das kein Einkaufen im Supermarkt notwendig ist.

Warum haben Sie sich für biologische Landwirtschaft entschieden und welcher ist der besondere Mehrwert der Produkte die Sie verkaufen?

Es gibt einen großen Bedarf nach alternativen Vertriebsmöglichkeiten der landwirtschaftlichen Urproduktion. In Österreich ist der „Flaschenhals“ zwischen landwirtschaftlichen Produzenten und dem Konsumenten sehr eng. Da beherrschen 4 oder 5 große Player des Lebensmitteleinzelhandels den Markt. Durch unsere professionelle Direktvermarktung bleibt uns mehr vom Urprodukt und wir sind im sehr nahen und offenen Austausch mit den Kundinnen und Kunden.

ADAMAH_Landarbeit

Wie schätzen Sie die weitere Entwicklung Ihres Hofes ein und welche Ziele setzen Sie sich für die Zukunft?

Ganz stolz sind wir, dass sowohl unsere 4 Kinder als zum Teil auch die Schwiegerkinder in unseren Betrieben in führenden Positionen mitarbeiten. Dadurch sind wir uns sicher, dass es noch zu einigen weiteren sinnvollen Ausbauschritten kommen wird. ADAMAH soll auch weiterhin ein Ort des offenen Austauschs bleiben, ein BioBauernhof zum Anfassen und soll eventuell auch noch mit einem Informationszentrum ausgebaut werden.

ADAMAH_Familie_Zoubek
Familie Zoubek

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