Eine alternative, nachhaltige Proteinquelle von madebymade

Hallo Kai, vielen Dank zunächst, dass du dir die Zeit für uns und unser Interview genommen hast. Beginnend würde ich dich gerne darum bitten uns madebymade vorzustellen!

Madebymade wurde 2017 gegründet. Wir sind ein junges Unternehmen, welches sich mit der Verwertung von organischen Reststoffen in einem nachhaltigem, regionalen Kreislaufwirtschaftsmodell beschäftigt. Auf Basis von organischen reststoffen produzieren wir mit der Hilfe der Schwarzen Soldaten Fliege nachhaltige Proteine. Unsere Anlage besteht aus einem modularen System, welches auf Schiffscontainern basiert. Somit ist unsere Insektenzuchtanlage weltweit standortunabhängig einsetzbar. 

Wie seid ihr auf die Idee, die zur Gründung von madebymade geführt hat, gekommen?

Die Idee zur Gründung von madebymade ist Jonas und mir unabhängig voneinander gekommen. Jonas hat einen Doktor in Biologie, in der Insektenkunde in Bezug auf deren Anwendungsfelder. Im Zusammenhang mit der WHO, die auf der Suche nach neuen Proteinen ist, ist er auf die Idee gekommen, alternative Proteine durch Insekten herzustellen.  

Ich, Kai, habe nach meinem BWL Studium in Leipzig nach Geschäftsmodellen gesucht. Ich habe anfangs die Idee einer Aquakultur verfolgt und bemerkt, dass die Preise für Proteine sehr hoch sind. 2016 haben Jonas und ich uns dann auf einer Konferenz zu Insekten kennen gelernt. Daraufhin haben wir gemeinsam einen Businessplan ausgearbeitet, um dann Ende 2017 das Unternehmen zu gründen.

Alle Photos: Natalie Färber

Was genau ist das Produkt, welches ihr vertreibt, wo und wie vertreibt ihr es? 

Wie bieten mehrere Produkte und Dienstleistungen an. Zum einen die Verarbeitung und Verwertung von organischen Reststoffen innerhalb unsere modularen Anlage. Außerdem die nachhaltige Herstellung von Insekten, welche nach dem Trockenen zu wertvollen Proteinen weiterverarbeitet werden. Weiterhin entsteht beim Prozess ein wertvoller Dünger, welcher sowohl in der Landwirtschaft als auch im B2C Bereich eingesetzt werde kann.

Unsere Kundschaft ist breitgefächert. Wir richten uns an Unternehmen, die organische Reststoffe zur Verwertung haben, Landwirte aller Art, Betreiber von Aquakulturen, Proteinhändler sowie Hersteller von Tierfutter.

Durch die Modularität und die Verwendung von normierten Schiffscontainern unserer Anlagen sind wir in der Lage einem globalen Markt zu bedienen, da die Anlage standortunabhängig aufgebaut werden kann.

Kann man eine solche Anlage direkt bei euch kaufen und unabhängig von euch in Betrieb nehmen? 

Die Anlage an sich ist nicht zu verkaufen. Wir betreiben die Anlage gemeinsam mit unseren Kunden. Das meint, dass wir die Technologie und das Know-How,, welches die Anlage betrifft, stellen und der Partner, ein Landwirt beispielsweise, im Gegenzug die Location, seine Manpower und den Input der Anlage stellen könnte. 

So entsteht eine komplementäre Kooperation, wir geben, was der Partner nicht geben kann, und nehmen dankend an, das, was der Partner bietet.

Alle Photos: Natalie Färber

Was sind eure Ziele für die Zukunft und wie wollt ihr diese erreichen?

Wir haben uns als mittelfristige Ziele “5 – 4 – 3” gesetzt. Das soll sagen: In fünf Jahren wollen wir vier Anlagen in drei Ländern gebaut haben. 

Im Moment befinden wir uns im ersten der fünf Jahre und sind dabei unsere erste industrielle Anlage, die Ende dieses Jahres fertiggestellt sein soll, zu bauen. Diese Anlage in der Nähe von Leipzig ist das kleinstmöglichste Modell mit 18 Tonnen Input und 6 Tonnen Output. Natürlich ist einen größere Anlage und damit größerer In- sowie Output-Mengen stets möglich.

Abschließend würde ich dich gerne noch fragen, wie du die Zukunft der Agrarwirtschaft in Europa oder auch global siehst und welche Rolle madebymade in dieser spielen möchte?

Ich denke, dass die klassische Landwirtschaft vor allem die Tierhaltung, dort insbesondere die Massentierhaltung, immer mehr unter öffentlichen Druck, nachhaltiger zu wirtschaften, steht. Durch madebymade können zum Beispiel klassische Aquakulturen in Deutschland oder Norwegen modernisiert werden, indem zumindest schon mal das Futter aus nachhaltiger kreislaufwirtschaftlicher Produktion kommt, was das Produkt an sich nachhaltige macht.

Wir sehen uns als Lückenschließer zwischen klassischer und moderner Landwirtschaft.

Vielen Dank für deine Zeit und das nette Interview. Ich wünsche dir und madebymade alles Gute für die Zukunft und viel Erfolg weiterhin!

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