Alles über Artischocken und ihren Anbau

Die Artischocke ist eine Pflanze, die ebenso gut in einen Gemüsegarten wie in ein Blumenbeet passt. Von Natur aus anspruchsvoll wird dieses Gemüse hauptsächlich in warmen und gemäßigten Klimazonen in Südeuropa an einem windgeschützten Ort angebaut. Robustere Sorten können in Deutschlands milden Gegenden, aber ohne Probleme angebaut werden. Wie kann man Artischocken in all ihren Formen anbauen und eine gute Ernte einfahren? 

Was sind Artischocken? 

Die Artischocke oder lateinisch Cynara scolymus ist eine mehrjährige Pflanze, die aus dem Mittelmeerraum stammt und zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) gehört. Artischocken wurden um das 15. Jahrhundert in Italien angebaut, und die heute bekannte Artischocke ist die domestizierte Form einer wilden Distel. 

Die Stängel dieses Gemüses können bis zu 2 m hoch werden und haben dicke, heterogene Blätter. Der essbare Teil der Artischocke ist die Blütenknospe. Sie wird geerntet, bevor sich die Blüten entwickeln. Diese Blütenknospe besteht aus: 

  • Den essbaren Deckschuppen und dem Blütenboden. Sie erinnern an eine Blüte. 
  • Der Blütenboden, auf dem sich die tatsächlichen Blüten in den Farben Violett und Blau entwickeln. Wenn man den Blütenteil entfernt, kann man die fleischartige Basis verzehren. 

Die Artischocke ist ein Gemüse, das reich an Ballaststoffen, Vitamin C, Vitamin B3, Magnesium, Phosphor, Kalium und Kupfer ist. Es ist außerdem arm an Fett und Cholesterin und kann daher nach Belieben verzehrt werden. Zusätzlich besitzt dieses Gemüse medizinische Eigenschaften, da seine Blätter Cyranin enthalten, ein sehr wirksames harntreibendes Entgiftungsmittel. Schließlich erweist sich die Artischocke als hervorragendes Gemüse für Diabetiker, da sie Insulin enthält, das sich nicht auf den Blutzuckerspiegel auswirkt. 

Verschiedene Sorten von Artischocken: 

  • Romanesco: in Italien produziert, ist eine zarte Sorte. 
  • Camus de Bretagne: Sie ist die größte Artischocke und die bekannteste Sorte in Frankreich. 
  • Vert de Laon: Diese Art wird wegen ihrer Winterhärte hauptsächlich in Nordfrankreich angebaut. Sie hat auch den Spitznamen „Katzenkopf“.
  • Macau: Ihre hellen Blätter passen perfekt in die Bretagne, hier im Südwesten Frankreichs wird diese Sorte angebaut. Ihr Geschmack ist ähnlich wie beim Camus de Bretagne.
  • Green Globe: Eine Artischocke, die sowohl roh als auch gekocht schmeckt, sie ist rustikal und mittelgroß.
  • Vert de Provence: eine Sorte aus der Provence, die roh gegessen werden kann. 
  • Violet de Provence: Wird im Mittelmeerraum angebaut und wegen seines violettfarbenen Kopfes und der großen Anzahl an Blütenköpfen auch als Straußartischocke bezeichnet.
  • Salambo : Eine Artischocke aus dem Roussillon, die Wärme benötigt, um angebaut zu werden und ihr geschmackvolles Aroma zu entwickeln. 

Die Artischocke ist eine anspruchsvolle Pflanze, die bis zu vier Jahre alt werden kann, wenn man sie an warmen, sonnigen Standorten mit nährstoffreichen, gut durchlässigen Böden anbaut. Allerdings verträgt sie nur schwierig niedrige Temperaturen unter -5 °C. 

Wie gelingt die Pflanzung oder Aussaat von Artischocken? 

Der Artischockenanbau erfolgt im Freiland, d. h. in einem Boden, in dem es keine Verschmutzung gibt. Dieses Gemüse wird bei Aussaat im Freien am besten an einem geschützten, warmen Standort zwischen Februar und März ausgesät. Im warmen Gewächshaus ab April. Die Pflanzung kann bei milden Temperaturen auch im September und Oktober erfolgen. So haben Sie je nach Produktionszyklus von Mai bis Oktober eine schöne Ernte.

Die Vorbereitung des Bodens ist der wichtigste Schritt, um eine gute Ernte zu ermöglichen. Es ist ratsam, im Februar/März eine beträchtliche Menge Kompost zu verabreichen und im Frühjahr zusätzlich organischen Stickstoff zuzuführen (Dünger, Stickstoff, getrocknetes Blut). Die Keimtemperatur liegt bei 20° bis 22 °C, daher ist ein Kühlen oder Einweichen nicht nötig. Was den Abstand angeht, ist es am besten, 80 cm in der Reihe und 1 Meter zwischen den Reihen mit 1 cm Saattiefe zu lassen. Schließlich beträgt die Keimdauer weiterhin 7 bis 15 Tage im geschützten Anbau und 3 bis 4 Wochen im Freiland. Denken Sie daran: Wenn Sie im Frühling pflanzen, werden Sie im nächsten Sommer ernten, und wenn Sie im Herbst pflanzen, werden Sie im nächsten Frühling ernten.  

Wie baut man Artischocken an? 

Artischocken gehören zu den Gemüsesorten, die ein mildes Klima mit sommerlichen Temperaturen und einer sonnigen Umgebung schätzen. Am meisten fürchten Sie ungeschützten Frost und schwere Böden. Sie benötigen auch Platz, um zu wachsen und die Entwicklung von Krankheiten zu verhindern. Was den Standort betrifft, so ist es sinnvoll, Artischocken in einem Gemüsegarten anbauen zu wollen, aber dank der optisch anmutenden violettfarbenen Pflanzen kann man dieses Gemüse auch im Garten zwischen Blumen anbauen. Außerdem sollten Sie darauf achten, dass die Artischocken vor starkem Wind geschützt sind und den Boden im Herbst mit Mist düngen für eine Pflanzung im Spätwinter.

„Der optimale Zeitpunkt des Anbaus kann auch mithilfe von historischen und aktuellen Wetterdaten für den jeweiligen Standort bestimmt werden. Dabei kommen bei uns Daten des Deutschen Wetterdienstes zu Einsatz. Diese beinhalten auch Vorhersagen zu Frostereignissen, um gegebenenfalls Maßnahmen zum Schutz der Pflanze ergreifen zu können. Es gilt hierbei, vor allem einen kühlen Ostwind während der Überwinterung im Auge zu behalten. Auch starke Regenfälle mit anschließender Staunässe im Boden beeinflussen, vor allem im Winter, das Wachstum der Artischocke. Auch diese können durch örtliche Prognosen vorhergesehen werden. Eine vorsorgende Bodenbearbeitung ist in solchen Fällen hilfreich. All diese Parameter können, neben vielen weiteren, durch unsere Anwendung täglich überwacht werden, neben historischen Werten beinhaltet sie auch Vorhersagen. Somit können die richtigen Sorten für jeden Standort identifiziert und angebaut werden.“ – Gunther Schorcht von Greenspin

Schließlich ist die Artischocke wie der Spargel eine mehrjährige Pflanze, daher passt sie nicht in eine Fruchtfolge. Es ist wichtig, dass Sie für Ihren Artischockenanbau einen dreijährigen Standort einplanen. Die Artischocke erfordert nämlich viel Gartenarbeit zwischen Gießen und Säen, was den Boden auslaugt. Kleiner Tipp: Zögern Sie nicht, Ihren Boden zwischen den Kulturen mit einer Zwischenfrucht zu verbessern. 

Tipps zur Pflege der Artischocken

Die Pflege der Artischocken muss täglich gründlich durchgeführt werden, um Trockenheit, Krankheiten oder auch Schädlinge zu vermeiden. In diesem Zusammenhang ist es ratsam, die folgenden Regeln zu befolgen: 

  • Hacken Sie die Erde regelmäßig, um sie zu belüften.
  • Gießen Sie den Boden moderat, aber ohne zu warten, bis der Boden wieder trocken ist. Nutzen Sie Regenwasser, um den Boden besser zu durchdringen und Wasser zu sparen.
  • Mulchen Sie mit einer mindestens 5 cm dicken Schicht, um die Wasserverdunstung zu verringern.
  • Schützen Sie die Artischocke schon im Herbst vor Frost, zum Beispiel mit Laub um die Wurzeln. Im Winter wird Laub zum Schutz der Wurzeln nicht ausreichen, verwenden Sie ein Wintervlies, binden Sie es zusammen und häufeln Sie es an. Dabei werden die gesamten Blattschöpfe über der Mitte der Pflanze zusammengebunden, nachdem die oberen Blätter abgeschnitten wurden, und dann mit einem weichen Faden zusammengebunden. Umwickeln Sie zum Schluss die Erde und die Blätter mit dem Vlies.
  • Entfernen Sie jährlich die Sprösslinge, damit sich die Stauden erneuern (nur 4 Sprösslinge pro Stauden).
  • Erneuern Sie den Dünger über das ganze Jahr, indem Sie alle drei Wochen einen Zusatz (Lithothamnium) einbringen und mit organischem Stickstoff abwechseln.
  • Schneiden Sie die Stängel ab, die vor dem Winter geblüht haben. 

Welche Mischkulturen?

Es gibt gute und schlechte Kombinationen für die Artischocke, die Frage ist nur, welche man bevorzugen und welche man vermeiden sollte: 

  • Gute Nachbarn: 
    • Saubohnen, Bohnen und Erbsen versorgen den Boden mit Stickstoff und die Artischocke bleibt ein sehr nahrhaftes Gemüse.
    • Die Zwiebel hält Schädlinge wie Blattläuse fern. 
  • Schlechte Nachbarn: 
    • Fenchel behindert das Wachstum von Artischocken.
    • Petersilie schadet dem Anbau von Artischocken.

Wie erntet man Artischocken? 

Die Ernte der Artischocken richtet sich nach der Pflanzzeit. Generell können Sie dieses Gemüse ab dem Frühjahr bis zum Herbst für die jüngsten Pflanzen ernten. Um den Erntezeitpunkt zu bestimmen, sollten Sie sich an den Knospen orientieren: Wenn die Schuppen an der Spitze der Knospe auseinanderklaffen und unter dem Druck brechen, ist es so weit. Der einfachste Weg bleibt, den Kopf durch Hin- und Herschütteln zu lösen, wenn Sie diesen am selben Tag essen. Ansonsten ist es besser, den Stiel etwa 15 cm unterhalb der Knospe abzuschneiden, um das Gemüse länger haltbar zu machen. Sie können auch einige Blütenknospen stehen lassen, um die wunderschöne Blütezeit zu erleben.

Der durchschnittliche Ertrag einer Artischockenpflanze liegt im ersten Jahr normalerweise 3 bis 4 große Blütenknospen, danach 6 bis 10 große Blütenknospen. Wenn die Ernte eingefahren ist, können Sie sie roh bis zu einer Woche im Kühlschrank aufbewahren. Gekocht sind die Artischocken nur einen Tag lang haltbar. 

Was kann man mit Artischocken kochen?

Artischocken können entweder roh oder gekocht verzehrt werden. Dies hängt auch von der Sorte ab. Zum Beispiel werden kleine violette Poivrade-Artischocken im Ganzen oder geschält und gekocht verzehrt. Die italienischen Romanesco-Artischocken werden roh gegessen und mit einfachen Zutaten wie Salz, Zitronensaft und Olivenöl in Scheiben geschnitten. Wenn Sie die Artischocke kochen, können Sie Lorbeerblätter zum Aromatisieren verwenden. Die Feinschmecker unter Ihnen können sie mit einer Vinaigrette und Mayonnaise servieren oder eine Béchamelsoße oder Hollandaise darauf geben. Schließlich werden Artischockenherzen oft eingelegt oder mariniert, um sie in Salaten zu verwenden. 

Krankheiten und Schädlinge

Die Artischocke gehört zu den Gemüsesorten, die eine geringe Toleranz gegenüber Krankheiten und Schädlingen haben. Hier eine umfassende Liste und wie Sie diese Infektionen bekämpfen können: 

  • Falscher Mehltau: Die ersten Symptome treten auf, wenn Sie weiße Fruchtkörper bemerken. Diese treten in der Produktionszeit primär an jungen Pflanzen oder Wurzelstöcken auf. Um diese Krankheit zu vermeiden, sollten Sie Ihren Gemüsegarten im Frühjahr regelmäßig überwachen und vorbeugend Ackerschachtelhalmsud sprühen. 
  • Ramularia: Eine Krankheit, die nekrotische, gräuliche Flecken auf den Blättern verursacht. Diese Infektion tritt bei hohen Temperaturen im Sommer oder bei Hitzewellen auf. Es gibt eine vorbeugende Behandlung mit einem kupferhaltigen Fungizid. 
  • Grüne Blattläuse: Diese Schädlinge kommen im Frühjahr in Massen auf das Laub und sind nicht sehr gefährlich, wenn die Artischocken nicht zu stark von ihnen befallen sind. Andernfalls verwenden Sie Schmierseife, um die Blätter zu reinigen.
  • Schnecken: Die Mollusken lieben Artischocken als Unterschlupf. Verwenden Sie daher Schneckenfallen, Aschenschnüre oder Eierschalen zum Schutz Ihrer Pflanzen.

Zusammenfassung

Im Endeffekt lässt sich sagen, dass Artischocken mehrjährige Pflanzen sind, die jahrelang wachsen können, wenn der Anbau im Winter bei Frost gut geschützt ist. Dieses Gemüse hat einen hohen Wasserbedarf, auch wenn es zu feuchte Böden fürchtet. Insbesondere, wenn sich das Wasser an den Wurzeln staut. Hinsichtlich der Pflege ist es ratsam, die Pflanze gleich zu Beginn des Wachstums mit einem Fungizid zu behandeln und dieses nach jeder Feuchtigkeitsperiode zu erneuern. Der Anbau von Artischocken erfordert qualitativ hochwertige Böden. Zögern Sie daher nicht, Ihren Boden mit Kompost anzureichern und ihn zu lockern, um dieses Gemüse unter guten Bedingungen anzubauen.

Schließlich sollte die Ernte kurz vor der Blüte und wenn die Blütenköpfe weich sind, erfolgen und etwa 15 cm vom Stiel entfernt abgeschnitten werden. Um den höchsten Ertrag zu erzielen, ist es von größter Bedeutung, dass Sie Ihre Artischocken im Winter schützen, indem Sie die Stängel abschneiden und um sie herum einen Erdhügel mit einer dicken Mulchschicht aus Laub bilden. Wenn die Temperaturen im zeitigen Frühjahr milder werden, entfernen Sie die Laubschicht, den Erdhügel und behalten Sie nur 2-3 der stärksten Stängel. 

Leave a Reply

Your email address will not be published.