Regionale Vermarktungsstrategien in der Landwirtschaft – ein Interview mit aHEU

Guten Tag Frau Zeller, zunächst einmal vielen Dank für Ihre Zeit und Ihrem Interesse an einem Interview. Können Sie sich und aHEU kurz vorstellen?

Mit meiner Firma aHEU – Regionale Vermarktungsstrategien unterstütze ich Landwirte und andere Lebensmittel-Unternehmen bei der Vermarktung ihrer Produkte. Das kann ein Konzept zu einer neuen Strategie sein, oder Unterstützung beim Marketing durch Design, Website, etc., oder auch die Überlegung, an wen man am besten seine Produkte verkaufen kann, über Hofladen, LEH, Online-Shop und Co. Neben der Beratung halte ich Vorträge und Workshops sowie moderiere, alles rund um die Themen Vermarktung, Landwirtschaft und Ernährung.

Ich selbst bin von der Ausbildung her Diplom-Betriebswirtin und Diplom-Soziologin, bin im Allgäu aufgewachsen und habe auf allen Stufen der Wertschöpfungskette, also von Landwirtschaft über Handel, Gastronomie, Medien und Forschung praktische Erfahrungen gesammelt. Diese kommen meinen Kunden zugute.

Wie ist die Idee von aHEU entstanden?

In meiner letzten Anstellung als Regionalitäts-Verantwortliche einer Supermarkt-Kette hatte ich schon viel mit kleinen und mittelgroßen Erzeugern zu tun. Das hat mir viel Freude gemacht und ich habe gemerkt, dass ich sie gerne umfassender in ihrer Arbeit unterstützen möchte, als es im Rahmen der Projekte meines Arbeitgebers möglich war. Also habe ich gekündigt, war nochmal einen Sommer auf einer Schweizer Alpe und habe dann im Herbst 2017 aHEU gegründet. Seitdem ist viel passiert und es fasziniert mich immer wieder, wie sich durch die unterschiedlichen Kunden-Bedürfnisse beziehungsweise -Aufträge die Arbeit immer weiter entwickelt, immer wieder verändert.

Welche Vorteile bieten Sie Landwirten und Landwirtinnen?

Landwirtinnen und Landwirte bekommen bei aHEU eine komplett auf ihren Betrieb zugeschnittene Beratung. Je nach dem, was im einzelnen Fall die Herausforderungen sind, wird unterstützt. Da fließt dann nicht nur mein Fachwissen und die Erfahrung aus vorigen Projekten mit ein, sondern auch Branchenkenntnis und mein Netzwerk an hilfreichen Kontakten. Nicht zuletzt ist gerade in Familienbetrieben der menschliche Faktor nicht zu unterschätzen – auch das bedenkt aHEU.

Was sind die Herausforderungen, mit denen aHEU konfrontiert wird?

Zur Zeit weiß niemand, wie die großen Rahmenbedingungen für Landwirtschaft demnächst aussehen werden. In die Zukunft schauen konnten wir noch nie, aber die derzeitigen immensen Veränderungen und
Handlungsbedarfe durch den Klimawandel, Ukrainekrieg, Coronaeffekte haben alles verschärft. Zum Beispiel: Werden regionale Lebensmittel weniger nachgefragt, weil durch die Unsicherheit lieber billiger gekauft wird? Oder werden sie stärker nachgefragt, weil auch Lebensmittel-Lieferketten unterbrochen werden? Derzeit alles offen.

Abschließend würde uns sehr interessieren, welche Projekte und Ziele Sie für die Zukunft anstreben?

Ha, das ist immer eine gute Frage! Ich bin sehr zufrieden, wie es läuft, etwas mehr Freizeit wäre manchmal schön. Ansonsten ist es interessant, dass aHEU zunehmend damit beauftragt wird, Veranstaltungen
mitzugestalten, für Genossenschaften beispielsweise oder Institutionen. Und insgesamt habe ich einfach den Anspruch, meine Kunden weiterhin bestmöglich auch in diesen schwierigen Zeiten zu unterstützen.

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